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Letzte Änderung 16.07.2012
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Martyrium

Das "Jourhaus"

Das Empfangshaus des KZs Dachau.

Ankunft Heinrich Königs am 5. Dezember 1941. Dies ist das einzige Tor, das in das Konzentrationslager führt, durch das die Gefangenen täglich zur Arbeit mussten.

Durch dieses Tor führte auch der Leichenweg zum Krematorium.

 
Das Jourhaus im KZ-Dachau.
(Quelle: Archiv KZ-Gedenkstätte Dachau)
 

Priester im KZ Dachau

Heimliche Aufnahme aus einem Kapellenfenster im Priesterblock 26. Die Männer, die hier zu sehen sind, sind WIRKLICH Priester.Der kritische Beobachter wird feststellen, dass diese Personen keine gestreiften Häftlingskleider tragen.1943 wurde die Fabrik bombardiert, in der diese Kleidung hergestellt wurde. Aus diesem Grund wurden die "Innenkommandos" mit Zivilkleidung vertorbener Häftlinge ausstaffiert.

Luftaufnahme KZ Dachau

Aufnahme vom 20.04.1945.

 Block 26, Priesterblock.
 Block A, die Chirurgie, wo Heinrich König am 15.12.1941 operiert wurde und am 24.06.1942 verstarb.a/td>

 
Luftbild vom 20.04.1945.
Madonna aus dem Block 26.
 

Madonna

Die Madonna aus der Kapelle im Block 26. Die Statue stammt aus dem Sudetenland. Sie steht heute in der Kapelle des Karmels, der auf dem Gelände des ehemaligen KZs errichtet wurde.

Brief an die Schwester

Brief des KZ-Lagerarztes, SS-Hauptsturmführer der Reserve Dr. Wolter an die Schwester Heinrich Königs, in dem er die zum Teil unwahren Mitteilungen zum Tode Heinrich Königs macht. Dr. Wolter wurde nach dem Krieg wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit im Dachau-Prozess zum Tode verurteilt und am 28.05.1947 hingerichtet.

 
(zum vergrößern bitte anklicken.)

Martyrium...

Es stellte sich heraus, (27/54). dass jeder im Lager neu angekommene Häftling detailliert verhört wurde, ob er irgendwelche Krankheiten hätte, insbesondere solche, welche zu operieren wären. Solche Personen wurden immer gefunden, denn es waren meistens Menschen, die bereits eine Haft von Monaten und Jahren bei armseliger Häftlingskost hinter sich hatten und daher an vielen Verdauungsstörungen und Krankheiten litten. Jeder solche Häftling, wie es auch mit mir geschah, wurde nach einigen Tagen vorgeladen und gründlich untersucht. Wenn auch sein Befund ganz negativ ausfiel, wurde immer ein Grund eines unausweichlichen Eingriffs gefunden. (Häftlingsarzt Dr. Blaha, aus "Medizin auf schiefer Ebene", Seite 54).

(27/55) Dr. Blaha über einen Tschechischen Landsmann: "Sie überwältigten und operierten ihn. Wie mich der bei der Operation assistierende Häftlingsstudent informierte, war in der Gallenblase nichts krankhaftes, trotzdem wurde sie entfernt. Operativ wurde eine Plastik mit Hilfe eines Katheters in die Gallenblasenführung von außen deduziert. Die Operation des Blinddarmes wurde daran angeschlossen. Die Genesung war von starker Eiterung und Fieber begleitet."
Die wichtigste Tugend der SS- Ärzte war der uneingeschränkte Mut, ihre absolute Gewissenlosigkeit und Mangel an Verantwortung sowie Humanität, die in den Konzentrationslagern niemals Platz hatte
Der Häftling Dr. Edi Pesendorfer (Oberpfleger im Häftlingsrevier): .dass die Operation durchgeführt wurde, obwohl Heinrich König keinerlei Beschwerden zu dieser Zeit hatte.

Dr. Blaha : (27/110) . der postoperative Verlauf war bei allen gleich, lange und schwer heilbare Wunden mit nachfolgender Blutvergiftung und unermesslichen Schmerzen. Sie kamen in eine Umwelt, voll mit Bakterien aller Art, ohne Sterilität, wo nicht einmal Verbandsmaterial vorhanden war. Um das weitere Schicksal der Operierten hat sich später - nach der Entlassung aus dem Revier - niemand gekümmert.

Insgesamt hat dieser Revieraufenthalt Heinrich Königs 7 Wochen und 3 Tage gedauert, eine unerhört lange Verweildauer.
Und so teilt Heinrich König diese Operation seiner Familie mit: (Brief vom 22. März 1942 - der natürlich zensiert wurde) "Ich freue mich über alles, was ich über die Verwandten höre. Besonders, dass Hans Hermann die Operation so gut überstanden, ist sicher ein Grund, Gott besonders dafür zu danken."
Sprachlich sehr geschickt kleidet Heinrich König in eine Mitteilungsbestätigung seine eigene Mitteilung ein, dass er operiert wurde. Als Namen benutzt er den des Bruders Hans (der in Witten lebt) und den des verstorbenen Bruders Hermann. Der Name des Toten ist das besondere Kennzeichen. Dies ist der erste Brief aus dem Priesterblock. Und die Schwester sagt: "An den Briefen meines Bruders mussten wir oft lange herumdeuten, bis wir in etwa verstanden, was er uns sagen wollte. Erst im April (1942) begriffen wir, dass man ihn in dieser Zeit operiert hatte."

(zum vergrößern bitte anklicken)
 

...Martyrium...

Am Morgen des 27. Mai 1942 geschah in Prag das Attentat auf Reinhard Heydrich, dem dritthöchsten SS- Mann im Reich. Er war Chef des Sicherheitsdienstes, der GESTAPO, der Deutschen Kriminalpolizei, stellvertretender Reichsprotektor von Böhmen und Mähren und er war der Beauftragte für die Endlösung der Judenfrage. Der Volksmund nannte ihn auch den Schlächter, den Henker von Prag. Äußerlich wirkte der hoch gewachsene, blonde, athletische Mann wie die Verkörperung des neuen Menschen, den die SS- Rassenlehre als Ideal vergötzte. Canaris sah in ihm die "klügste Bestie" des Reiches.
Bei dem Mord war das Projektil, ein Metallblechstück, neben der Wirbelsäule in den Körper eingedrungen, hatte die elfte Rippe zertrümmert, die Brusthöhle eröffnet, das Zwerchfell durchschlagen und war in der Milz stecken geblieben. Der Wundkanal enthielt zahlreiche Borsten und Haare, offenbar Polstermaterial. Es bestand Gefahr einer Rippenfelleiterung und einer Bauchfellentzündung.
Man versuchte, ihn mit den damals üblichen und vorhandenen Mitteln zu behandeln, zu retten. Obwohl er anfangs bereits auf dem Wege der Besserung war, verstarb er am 4. Juni 1942.

Prof. Gebhardt, (SS-Gruppenführer und beratender Chirurg der Waffen-SS), konnte nur noch als Konsultativarzt den Behandlungsverlauf Heydrichs begleiten, weil er zu spät in Prag eintraf. Von Hitler und Himmler wurde Prof. Gebhardt unausgesprochen ein Versagen beim Tode Heydrichs unterstellt.
Um seine Rehabilitation bemüht, forcierte Gebhardt zusammen mit Dr. Grawitz Humanversuche, bei denen die klinisch- chirurgische Erprobung von Sulfonamid durchgeführt werden sollte. Dies geschah, wie immer, im KZ Dachau. Diese Sepsisversuche wurden an gesunden Menschen ausgeführt. Die Versuche begannen am 15. Juni 1942 (ein Montag).
Eines dieser Sepsisopfer, die laut Bericht vom 29. August 1942 von Dr. Grawitz an Himmler alle ad exitum gingen, (dies waren 8 Personen) war Heinrich König. Heute weiß man, dass Sulfonamide zur Heilung einer Bauchfellentzündung zu schwach sind. Zur damaligen Zeit war eine Bauchfellentzündung immer tödlich.
Die Versuchspersonen (für diesen Humanversuch) suchte der SS- Arzt Dr. Wolter aus. (Dies ist auch der gleiche Arzt, der die Anfrage von Frau Dr. Helma König wegen ihres Bruders Heinrich beantwortet.) "Die künstlichen Infektionen wurden im Operationssaal des Lagerkrankenhauses gesetzt. Der Zeuge Heinrich Stöhr, der in der Krankenpflege beschäftigt wurde, hat diesem Akt beigewohnt und erklärte dazu, dass dieser Vorgang im Beisein des Sturmbannführers Dr. Schütz und des Biochemikers Dr. Kiesewetter, durch den Lagerarzt Dr. Pape stattgefunden hat."
Von 40 Versuchspersonen wurden 8 mit Sepsis infiziert, und später in dem Bericht an Himmler heißt es "alle 8 Sepsisfälle gingen ad exitum.
Am Sonntag, den 21. Juni stürzte Heinrich König beim Bettenbau von einem Schemel, auf den er sich trotz seiner Größe stellen musste, um das oberste von drei Betten zu machen. Der Sturz war eine Folge des Kreislaufkollapses, den er, bedingt durch die Blutvergiftung, die sich in seinem Körper entwickelte, erlitt. Trotz Erbrechen und deutlicher Krankheitssymptome, wurde er am Montag im Krankenrevier abgewiesen. Erst Dienstag, den 23. Juni wurde er dort aufgenommen, jedoch nur beobachtet, nicht behandelt. Am Mittwoch, den 24. Juni, abends um 22 Uhr verstarb Heinrich König.
Dies sagt ein überlebender priesterlicher Mithäftling: ". wenn auch kein Mensch damals gedacht hätte, er (H.K.) würde so wegsterben. Sein Tod war der Anfang einer langen Reihe von Todesfällen unter den Dachauer Priestern."
Die Obduktion des Leichnams am nächsten Tage wurde vom Häftlingsarzt Dr. Blaha durchgeführt. Er war der einzige, der zu dieser Zeit im Lager wissenschaftlich korrekt sezieren konnte. Dass der Leichnam Heinrich Königs überhaupt seziert wurde, zeigt die Besonderheit dieses Sterbefalles, der in der Chirurgie stattfand, was auch ungewöhnlich war, wie der heutige Archivar der Gedenkstätte Dachau hervorhebt.
So gehört auch die nicht stattgefundene Behandlung mit zum Versuchsablauf, weil man sehen wollte, wie der unbehandelte Sepsisverlauf von statten ging - zum Vergleich mit Heydrich. Heinrich König war übrigens die einzige deutsche Versuchsperson unter den acht infizierten Priestern.
Nachgerechnet stirbt Heinrich König am 10. Tage der Inkubationszeit, wenn man den ersten und den letzten Tag mitzählt, ebenso wie Heydrich.

Der Freundeskreis hat sich intensiv um die Erforschung des Lebens und des Todes Heinrich Königs bemüht. Es ist dabei ein (unveröffentlichtes) Buch von 270 Seiten entstanden, das den Titel trägt "Der Priester Heinrich König - sein Weg zur Herrlichkeit". Teile der Einbandgestaltung sind als Hintergrund auf den Internet- Seiten zu sehen. Dieses Buch liegt seit Ende Dezember 2004 der Bischöflichen Behörde in Essen vor.

Aus der Einleitung zu diesem Buch: Seit Fronleichnam 2002 steht der Gedanke einer Seligsprechung Heinrich Königs im Raum. Er wurde konkretisiert und hieraus resultiert auch die Abfassung dieses Buches, das als Vorarbeit für ein Seligsprechungsverfahren gedacht ist. Allein der Wunsch nach einem Seligsprechungsverfahren zeigt, dass wir Kolpinger unsere Priester hochschätzen. Als kirchliches Fußvolk, als Leute der Basis, als aufgeweckte und tatkräftige Christen dürfen wir diesen Wunsch an unseren Bischof herantragen. Das und nicht mehr wollen wir.

Mit Schreiben vom 2.6.2004 teilt der Dezernatsleiter "Gesellschaftliche und weltkirchliche Aufgaben" im Essener Generalvikariat, Herr Dr. Hermans mit: " .zu Ihrer Information - auch zur Weitergabe - teile ich Ihnen mit, dass Herr Bischof Dr. Genn mich gebeten hat, für einen bestimmten Personenkreis, der im Martyriologium der Deutschen Bischofskonferenz benannt ist, und für den es Initiativen im Bistum gibt, den Bischof zu veranlassen, Seligsprechungsverfahren (diözesaner Vorprozess) aufzunehmen, Zeitzeugen und zeitnahe Informanten zu befragen." An 4. Stelle wird hier Heinrich König aufgeführt.
Zum Abschluss heißt es in diesem Brief: "Die von Bischof Genn getroffene Entscheidung, Zeitzeugen und Informanten zu befragen, ist selbstverständlich keine Vorentscheidung für ein Seligsprechungsverfahren."
Diese Entscheidung unseres Herrn Bischofs ist ein wichtiger Schritt in die Richtung, die wir uns wünschen. Sie zeigt auch denen, die uns von Anfang an nicht ernst genommen haben, dass unser Bemühen richtig war. Jedenfalls wünschen wir - der Freundeskreis - der Sache Heinrich Königs viel Rückenwind und den gewogenen Leser bitten wir um ein Gebet in dieser Meinung.

Das Bild zeigt die Hochzeitsgesellschaft vom 08.09.1937. Die Braut ist die Cousine Heinrich Königs, Maria Cornelius, verheiratete Esser, die Vikar König auch traute.
 

...Martyrium...

Von den sehr wenigen Bildern, die wir von Heinrich König besitzen, ist dies das einzige, auf dem seine Körpergröße voll sichtbar wird und die ihm wohl zum Verhängnis wurde. (Heinrich König ganz links im Bild.)

Die Häftlinge stellten sich beim Appell im KZ der Größe nach auf. Der Priesterblock war als "angetretener" Häftlingsblock immer der kleinste, weil in diesem Block (26) die Kapelle war und sich deshalb nur drei "Stuben" dort aufstellten.

Heinrich König war immer der Größte, stand immer in der letzten Reihe, konnte sich nie verstecken, stand nie innen, im Schutz der Gruppe, war für jeden Blockführer, jeden Lagerführer, jeden Lagerarzt gut sichtbar, auch für Dr. Wolter, der ihn dann als einzigen deutschen Priester, für die Versuche bestimmte.

Heinrich König hatte die gleiche Körpergröße wie SS-Obergruppenführer Heydrich, für den man ihn opferte.

Der Krematoriumsofen in Dachau

Hier wurde der Leichnam Heinrich Königs eingeäschert.

 
 

...Martyrium...

Das Bild ist dem Priestermärtyrer Heinrich König gewidmet! Im unteren Bildteil sind Einzelheiten aus dem Konzentrationslager gezeigt. Der Schriftzug "Arbeit macht frei" stammt vom Eingangstor zum KZ Dachau. Rechts ist ein Wachturm des Lagers zu sehen. Die Streifigkeit im unteren Bildteil ist der gestreiften Häftlingskleidung entlehnt. Es sind dort zwei Folterszenen angedeutet, denen Häftlinge zusehen mussten.

Der obere Bildteil ist dominiert vom Bild Heinrich Königs. Das Symbol, das ihm zugeordnet wird, ist die Rose, die aus dem Stacheldraht wächst.

Vier Häftlingsnummern sind neben dem Foto zu sehen. Die erste, größere Zahl (28 794) ist die Häftlingsnummer Heinrich Königs. Die anderen drei Nummern sind von den Priestern des Apostolischen Schönstattbundes (dem Heinrich König angehörte), die ebenfalls im KZ umkamen. Dies sind Kaplan Bernhard Wensch (+15.7.1942), Pater Albert Eise (+3.9.1942) und Kaplan Gerhard Hirschfelder (+1.8.1942).

Das Fensterbild wurde in der Kolpingfamilie Gelsenkirchen- Ückendorf gefertigt und hängt heute, gut sichtbar vom Burgplatz aus, im Bischofshaus in Essen.

...Martyrium

Reinhard Heydrich, der "stellvertretende Reichsprotektor von Böhmen und Mähren", Beauftragter für die "Endlösung der Judenfrage" im Palais Waldstein in Prag am 26. Mai 1942 am Vorabend des Attentats auf ihn.