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Letzte Änderung 16.07.2012
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Heinrich-König-Tage

Heinrich-König-Tag 2012
Heinrich-König-Tag 2011

Heinrich-König-Tag 2010

Predigt zum Heinrich-König-Gedenktag am 27.06.2010

Prediger war Herr Michael Scholz, Diakon aus der Pfarrgemeinde Hl. Herz Jesu Gelsenkirchen-Hüllen

"Zur Freiheit hat uns Christus befreit. Bleibt daher fest und lasst euch nicht von neuem das Joch der Knechtschaft auflegen."
So hörten wir es gerade in der Lesung aus dem Brief des Apostels Paulus an die Galater und im weiteren Verlauf schreibt der Apostel: "Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst!"

Liebe Kolpingschwestern und -brüder, liebe Schönstätter, Schwestern und Brüder im Glauben, in der Vorbereitung auf diesen Gottesdienst musste ich mich natürlich mit der Person Heinrich König beschäftigen. Am heutigen Tag sage ich aber, es war kein Muss, sondern ich durfte mich mit der Person Heinrich König beschäftigen. Ich lernte einen Menschen kennen, der nicht nur Namensgeber für einen Platz und einer U-Bahnstation ist, sondern der diese Lesungsworte lebte: Die Berufung zur Freiheit und die Nächsten- sowie Gottesliebe waren für Heinrich König selbstverständlich. In seinem Persönlichen Ideal, dieses wählte jeder Bundespriester, schreibt er: "An den Armen, Schwachen, Niederen will ich liebend Gott erwidern, was er liebend mir getan."

Für Heinrich König stand früh fest, dass er seiner Berufung folgt und Priester wird. Die Zugehörigkeit zu den Quickborner, die damals zeitgemäße Jugendorganisation katholischer Gymnasiasten und den Hochländer, katholische Studentenbewegung, prägten ihn. In dieser Zeit traf er auch Romano Guardini, der Motor der damaligen Liturgiereform. Eindrucksvoll stellte Guardini den Jugendlichen einen Satz von Papst Pius X. vor: "Ihr sollt nicht in der Messe beten, ihr sollt die Messe beten", und führte somit die Jugend wieder zur Kirche. Inwieweit sich Heinrich König mit den Ideen Guardini anstecken ließ, können wir heute leider nicht mehr konkret nachvollziehen aber in seiner ganzen Art und Weise, lässt sich vermuten, das er, für die damalige Zeit, ein sehr aufgeschlossener, weltoffener und moderner Priester war.
Ein Jahr vor seiner Priesterweihe lernte Heinrich König die Schönstattbewegung kennen. Er traf Pater Kentenich und dieser erkannte die Begabung, den seelischen Tiefgang, seinen Eifer und seine Dynamik. Deswegen bat Pater Kentenich Heinrich König einen Aufsatz zu schreiben, wie er zum Bunde kam. Dies war einmalig! Nie wieder wurde ein solcher Bericht veröffentlicht. Heinrich König ging in seinen Bemühungen um den Priesterbund völlig auf. Es ist davon auszugehen, dass er mit ein Motor dieser Entwickelung war, dass er diesen Bund mitgestaltete und mit Pater Kentenich zusammen geprägt hat. Wie viel ihm daran lag zeigt sein Bedürfnis, während der Inhaftierung in Gelsenkirchen, die Exerzitien von Pater Kentenich zu erhalten.
Was für mich sehr beeindruckend war, ist die frühe Wahl Heinrich Königs zum Präses der Kolpingsfamilie hier in Augustinus. Nur ein halbes Jahr brauchte er nach seiner Versetzung aus Hagen-Emst. Hat er einen solchen Eindruck hinterlassen? Lag es an seiner Herz öffneten Art, dass man ihn nicht nur für die ansässige Kolpingsfamilie zum Präses wählt, sondern auch noch zum Präses des Bezirks. Lag es an seinem Wesen, welches wir immer als sehr gütig beschrieben bekommen oder an seinem Persönlichem Ideal, welches er sich als Bundespriester gegeben hat? Fest steht nur, Heinrich König hat Spuren hinterlassen - Damals und Heute, und dies nicht nur bei seinen Mitbrüdern sondern bei vielen Gläubigen die ihn kennen lernten.
Sein Dienst stand immer an den Dienst am Nächsten. So erlebten ihn die Menschen in Hagen, in Gelsenkirchen und auch im KZ Dachau. "Wen Gott liebt, den züchtigt er. Das Leid ist ein Zeichen der göttlicher Liebe und göttlicher Auserwählung. Darum sollen wir das Leid lieben", so schrieb es Heinrich König 1929 über Maria am Kreuzweg. Und genau mit dieser Einstellung ging er seinen eigenen Kreuz- und Leidensweg. Seinen Anschuldiger verriet er nicht. Er verteidigte sich bei der Anklage nicht, suchte nicht nach Möglichkeiten seine Unschuld zu beweisen. In diesem Zusammenhang sagte er seiner Schwester: " Was nutzt es denn, wenn wir beiden hier sind." Heinrich König wollte seinem Anschuldiger damit die Prozedur ersparen die ihm widerfuhr. So ertrug er auch das menschenverachtende Verhalten des SS Leute im KZ Dachau. Immer darauf bedacht niemanden mit seinem Leid zu belasten. In allen bekannten Briefen aus dem KZ finden sich diese Passagen. Auffällig ist nur, dass er immer wieder die Trennung von Mutter, Familie und Heimat als schlimm empfindet. So ging er, im Vertrauen auf Gottes Liebe, seinen Weg und muss, nachdem ich mich auch mit den Praktiken im KZ Dachau beschäftigt habe, seinen Tod als einen Gnadenakt Gottes und somit als Erlösung angesehen haben. Überliefert ist uns ein Bericht aus der Todesstunde von Heinrich König. Dieser Bericht stammt vom Münsteraner Domkapitular Friedrichs. Er schreibt an die Schwester: " Ich habe in seiner letzten Stunde bei ihm gesessen, ihm die hl. Kommunion als Wegzehrung gereicht und Mutters Stelle an ihm vertreten. Er ist in meinen Armen zum Vater gegangen."
Mit dem Tod Heinrich Königs begann eine lange Reihe von Todesfällen unter den Priestern. Heute muss man klar sagen, dass sie ermordet wurden. Die medizinischen Versuche an lebenden Menschen, welche von SS Ärzten im KZ Dachau durchgeführt wurden setzten voraus, dass der Patient nicht überleben wird. Somit ist der Tatbestand des Mordes gegeben. Heinrich König ist einer unter vielen Priestern gewesen, die diesem menschenverachtendem Regime zum Opfer gefallen ist.
Liebe Schwestern und Brüder, Heinrich König hat Spuren hinterlassen und dies zeigt sich heute besonders, wo wir seinem 110 Geburtstag und seinem 68 zigsten Todestag gedenken. Wichtig ist nur, dass wir alles dafür tun, damit diese Spuren nicht verschwinden. Wir wollen keine permanente Anklage gegen das NS Regime erheben, dies wäre komplett gegen die Überzeugung Heinrich König. Es darf aber auch nicht vergessen werden, zu welchen greultaten Menschen fähig sind. Wie hörten wir es gerade in der Lesung? "Der Geist soll über das Fleisch siegen, nicht das Fleisch über den Geist." Wir dürfen aber besonders diesen Menschen Heinrich König, der seiner Berufung folgt und sein Leben in den Dienst Gottes und den Dienst an die Menschen stellte. Er kann uns als Glaubenszeuge auch in der heutigen Zeit hilfreich zur Seite stehen. Wenn wir seine Ideen, seine Auffassung des christlichen Lebens in die heutige Zeit bringen würden, könnten wir glanzvolle Akzente setzten. Deswegen ist es gut, das nicht nur in Gelsenkirchen das Andenken an Heinrich König hoch gehalten wird, sondern auch in Hagen, wo er seine erste Vikarstelle antrat. Aber nicht nur an diesen beiden Wirkungsstätten wird er in Ehren gehalten, sondern auch in Schönstatt und im Schönstatt Zentrum des Bistums in Essen Kray. So wird in Essen Kray das Bild "Und ihr Habt doch gesiegt", welches 2007 hier am Altar stand, in Ehren gehalten und im Schönstatt Zentrum in Vallendar das Bronze Relief, so wie es auch hier an der U-Bahnstation hängt, im Priesterhaus Marienau in Ehren gehalten. Es hat dort keinen festen Platz, sondern es wandert und so stand es auch bei der diesjährigen Bistumswallfahrt mit am Altar.
Liebe Schwestern und Brüder, nehmen wir uns immer wieder Heinrich König als Glaubenszeuge mit an die Seite. Nutzen wir seine Ideen und Vorstellungen um in der heutigen Zeit als Christen Spuren zu hinterlassen. Finden wir mit ihm den Weg zur Gottes- und Nächstenliebe, und lernen wir von ihm mit unserem eigenen Lebensweg auf der Suche nach Gott zu sein.


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